Verbandspolitik NPV Perspektive 2012

MV 2012

Fünf Eckpunkte für einen vernünftigen
Neubeginn im NPV

Einige krasse Fehlentscheidungen (wie im Fall von Änderungsmeldungen für Landesmeisterschaften), eine durchweg schleppende und lückenhafte Informationstätigkeit und eine Serie von Rücktritten haben 2011 das Bild an der Spitze des Niedersächsischen Pétanque-Verbands geprägt. Statt den stetigen Zuwachs an Vereinen und Aktiven in konstruktive Verbandsarbeit umzumünzen, erfüllt der Vorstands-Torso kaum noch die Minimal-Anforderungen. Abermals hat sich der von Wilfried Falke seit 2006 angeführte Vorstand selbst demontiert. Höchste Zeit also für die Vereine, sich zu fragen, ob sie solche Zustände auch nach der nächsten Mitgliederversammlung (im Februar 2012) noch hinnehmen wollen.

Meines Erachtens geht es im Kern um einen anderen Stil in der Verbandsarbeit, um das Ende des "Von-oben-Herab", um mehr Kollegialität,  um einen offeneren Umgang mit den unvermeidlichen Fehlern und Mängeln jeder ehrenamtlichen Tätigkeit. Hier fünf elementare Vorschläge für die Arbeit des NPV im nächsten Jahr:

1

Transparente Entscheidungen
Umfassende Information

Schluss mit Geheimniskrämerei und notorischer Missachtung der NPV-Geschäftsordnung, die in § 18 die Veröffentlichung der Beschlussprotokolle von Vorstandssitzungen verlangt. Statt dessen: Information so frühzeitig und so umfassend wie möglich. Dies muss sich auch auf die DPV-Gremien (Verbandstag, Hauptausschuss) beziehen, in denen der NPV im Namen seiner Mitglieder Sitz und Stimme hat.

2

Teamgeist im Vorstand
Mehr Austausch mit den Vereinen

Der regelmäßige Verschleiß von engagierten Leuten in Vorstandsämtern  darf sich nicht fortsetzen. Dazu muss wieder ein kollegialer Arbeitsstil im Vorstand einziehen, der die eigenverantwortliche Tätigkeit in den Ressorts respektiert (Sport, Liga, Jugend, Schiedsrichter). Zugleich sollte sich ein NPV-Vorstand nicht zu schade sein, vor schwierigen Entscheidungen die Vereine in die Überlegungen einzubeziehen und ihre Meinungen abzufragen. Besser ist es, breit getragene Entscheidungen etwas später zu treffen als mit forschem Tempo gegen die Vereine zu regieren.

3

Liga-Verwaltung auf mehr Schultern verteilen
Resultate zügig publizieren

Das am weitesten verbreitete Ärgernis war 2011 die extrem schleppende Veröffentlichung der Liga-Ergebnisse und Liga-Tabellen. Der damit verbundene Berg an Arbeit muss künftig auf mehrere Schulten verteilt werden. Unter Anleitung des Ligawarts sollten Liga-Koordinatoren jeweils drei bis vier Staffeln betreuen und für die schnelle Veröffentlichung der Ergebnisse sorgen.

4

Landesmeisterschaften vereinfachen
Änderungsmeldungen zulassen

Der neue LM-Modus mit der einleitenden Cadrage und dem starren Setzsystem ist zu unübersichtlich und zu kompliziert. Und er mindert die sportliche Aussagekraft des Wettbewerbs um die DM-Startplätze. Bis auf Weiteres sollte der altbewährte LM-Modus mit fünf Schweizer-Runden-Spielen für alle wieder eingeführt werden. Außerdem muss der unselige Beschluss vom Tisch, nach dem Teams ihr LM-Startrecht verlieren, wenn sie z. B. wegen Krankheit einen gemeldeten Mitspieler ersetzen müssen. Dasselbe sollte auch für DM-qualifizierte Triplettes gelten. (Nachtrag: siehe dazu den Antrag » der SGF Bremen an die o. MV). Und schließlich: Die ausrichtenden Vereine sind wieder prozentual an den Startgeldeinnahmen zu beteiligen und damit fair für ihr Engagement zu belohnen. 

5

Weichen für die Zukunft stellen
Regionalisierung ● Breitensport ● Satzungsreform

Aus vielerlei Gründen herrscht Reformstau im NPV. Schon lange diskutierte Pläne, im Flächenland Niedersachsen regionale Strukturen zu schaffen, zum Beispiel für die Liga, liegen ebenso auf Eis wie eine Anpassung der NPV-Satzung an. vereinsrechtliche Vorgaben und neue Erfordernisse, zum Beispiel in Sachen Datenschutz.  Breitensportliche Initiativen  blieben bislang sogar völlig Fehlanzeige. Die Mitgliederversammlung sollte zu diesen Themen sachverständige Arbeitsgruppen einrichten, die für 2013 beschlussreife Vorlagen entwickeln.

Und wer setzt das um?

Zugegeben, ohne neues Gesicht an der Spitze des NPV wird sich dieses Minimalprogramm kaum umsetzen lassen und schon gar nicht ohne Kandidaten für die aktuell verwaisten Vorstandsposten. Möglicherweise erklären sich ja zurückgetretene Vorstandsmitglieder bereit, unter einem neuen Präsidenten wieder zu kandidieren. In jedem Fall sind jetzt alle im NPV aufgefordert, nach geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten oder sich selbst zu einer Kandidatur zu entschließen.

Vier und mehr Vereine für einen zusätzlichen TOP

Damit der fällige Neuanfang nicht an Fristversäumnissen scheitert, haben vier Vereine beantragt, den Punkt Abwahl und Neuwahl des NPV-Präsidenten auf die Tagesordnung der nächsten Mitgliederversammlung zu setzen. Diese Vereine sind:

SG Findorff Bremen ● SG Allez Allee Hannover
Les Pétangueules Hannover ● 1. Hamelner Boule-Club "Bouletown Rats".

Unterstützt wird dieser Antrag inzwischen auch vom 1. Göttinger PC "boule sur leine" sowie vom SV Frielingen.  Weitere Vereine können sich anschließen. Ausdrücklich distanziert hat sich hingegen Robby Lenthe für den SV Essel.

Ulli Brülls - ergänzt 29.12.2011

Stellungnahmen werden hier veröffentlicht. Bitte per E-Mail »

Response

Aus dem PC Göttingen

Als PDF-Datei hier eine Stellungnahme » von Dr. Harald Neifeind.

SV Frielingen

Die Mehrheit der Mitglieder der Pétanquesparte des SV Frielingen schließt sich Deinen Vorschlägen vorbehaltlos an. Die Frage nach geeigneten, bzw. freiwilligen Kandidaten für die Vorstandsämter ist natürlich auch bei uns das große Fragezeichen. Die Personen, die schon Ämter innehaben, sind natürlich auch damit bestens ausgelastet. Neue Leute für die Ämter im NPV zu gewinnen scheitert meistens am beruflichen, wie auch am persönlich-privaten Engagement der in Frage kommenden Personen. Aber vielleicht haben wir ja Glück und finden ja doch Kandidaten für die Ämter im NPV. Wir danken Dir für Deine Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Pétanquer des SV Frielingen
gez. Manfred Grupe

28.12.2011