Verbandspolitik NPV Jugendversammlung

Treffen in Fulde

Am 3. Advent nach Fulde?

Mann im Hintergrund: NPV-Jugendwart Sven Lübbke vom TC Oldenburg Süd bei der Jugend-LM 2011 in Brinkum.

Wie schon berichtet, hat der NPV-Vorstand für SO 11.12. kurzfristig zu einer Jugendversammlung nach Fulde eingeladen. ptank.de nimmt die Pläne des Vorstands unter die Lupe.

Was steht auf der Tagesordnung?

Konstituieren soll sich in Fulde die Niedersächsische Pétanque-Jugend. Gemeint ist damit ein abgegrenzter Teilverband innerhalb des NPV, der sich künftig weitgehend autonom um die Belange der Jugendlichen im NPV kümmern soll. Wie das im Einzelnen funktionieren soll, hat der Vorstand in zwei Papieren niedergelegt: einer Jugendordnung  und einer Jugend­sport­ordnung. Beide Papiere sollen in Fulde beraten und beschlossen werden.

Wer ist eingeladen? Wer darf entscheiden?

Zwar haben wohl alle NPV-Vereine die Einladung erhalten, doch Präsident Wilfried Falke lässt vorsorglich wissen, dass nach Verabschiedung der Jugendordnung nur noch solche Vereinsvertreter über die Jugendsportordnung stimmberechtigt mitreden dürfen, die jugendliche Lizenzspieler in ihren Reihen haben. Denn laut § 1 der Jugendordnung ist die Mitgliedschaft in der Niedersächsischen Pétanque-Jugend an die Lizenz gebunden.

Seltsame Beschränkung

Angesichts von gerade mal 45 jugendlichen Lizeninhabern, die sich auf nur 20 der rund 90 NPV-Vereine verteilen und die nur gut drei Prozent aller Lizenzspieler ausmachen, hat die Gründung einer separaten Jugendorganisation kaum Sinn.  Wer den Nach­wuchs stärken, wer mehr Junge Menschen fürs Pétanque-Spiel gewinnen will, der muss gerade die Vereine einbinden, die noch keine Jugendlichen organisieren.  Ein offener Workshop, auf dem etwa der TSV Halle über seine erfolgreiche Jugendarbeit oder der Kreisverband Hannover über die von ihm angestoßenen Pétanque-AGs an Schulen berichtet, wäre allemal produktiver als das jetzt anberaumte Meeting.

Seltsames Verfahren

Auch wenn in der Einladung von Delegierten, Stimmrecht und Beschlüssen die Rede ist: Tatsächlich trifft sich am Sonntag in Fulde ein informeller Kreis zu einem unverbindlichen Meinungsaustausch. Das Vereinsrecht lässt keinen Zweifel: Verbindliche Beschlüsse fassen können allein Gremien, die in der Satzung des NPV verankert sind. Das scheint auch der NPV-Vorstand zu ahnen: Er kündigt an, dass die nächste NPV-Mitgliederversammlung eine entsprechende Satzungsergänzung beschließen und damit das Treffen in Fulde nachträglich legitimieren soll.  Doch ob die Vereine da mehrheitlich mitziehen werden, ist keineswegs ausgemacht.  Warum sollten Vereine, die in ihren Reihen noch keine jugendlichen Lizenzinhaber haben, freiwillig auf die Mitbestimmung über die NPV-Jugendarbeit verzichten? Und selbst wenn eine Mehrheit die Vorstandspläne abnicken sollte: Nachträglichen Rechtsbestand können die Ergebnisse des Meetings in Fulde schon deshalb nicht erhalten, weil die für solche Versammlungen vorgesehene Ladungsfrist von vier Wochen erkennbar unterschritten wurde.

Karl-Theodor lässt grüßen

Wer sich bei der Lektüre der im Entwurf vorgelegten Jugendordnung über den plötzlichen Fleißausbruch im NPV-Vorstand wundert, der sei beruhigt: Das Papier ist in weiten Teilen die wörtliche Kopie der DPV-Jugend­ordnung. Bewährtes zu kopieren ist zwar allemal besser, als neuen Unsinn zu erfinden, doch ein wenig aufpassen sollte man schon.  So will zum Beispiel § 14 (4) des Entwurfs festlegen, dass Beschlüsse des Jugendverbandstags vom Verbandstag weder geändert noch ergänzt werden dürfen. Blöd, dass es im NPV gar keinen Verbandstag gibt, sondern nur eine Mitgliederversammlung. So will § 3 (1) bestimmen, dass die Verwaltung der Jugend-Finanzmittel dem NPV Vizepräsidenten Finanzen obliegt. Dass dieser Posten im NPV Schatzmeister heißt,  haben die Autoren in der Eile des Abschreibens wohl übersehen.

Jugendwart mit beeindruckendem Engagement

Was NPV-Jugendwart Sven Lübbke in den beiden letzten Jahre auf die Beine gestellt hat, verdient allemal Respekt. Neben dem schon aufwändigen Pflichtprogramm (Jugend-LM, Teilnahme an DM, Länderpokal und Jugend­länder­masters) hat der Oldenburger zusätzliche Wettkämpfe im NPV angeschoben und für viele Youngsters attraktive Reisen organisiert, so in diesem Sommer zu einem international besetzten Turnier in Luxemburg, so auch Anfang November zur offenen NRW-Hallenmeisterschaft in Düsseldorf. Und anders als die übrigen Mitglieder des NPV-Vorstands lieferte er darüber ausführliche Informationen auf der NPV-Website. Um so bedauerlicher, wenn durch die unausgegorene Initiative  zur Gründung einer Niedersächsischen Pétanque-Jugend jetzt ein Schatten auf die positive Bilanz des Jugendwarts fällt.

06.12..2011